B1-Jungen – Verdienter Sieger im Mindener-Stadtderby

Temperaturen unter null, Tiefnebel in Dankersen, kein Mensch auf der Straße…  nur in der Sporthalle, da brannte schon kurz vor „Highnoon“ die Luft. Leute holt die Kinder rein, die nächste Fahrt geht rückwärts, es ist Derby Zeit in Minden! GWD gegen HSV, Zweitplatzierter gegen Tabellenführer. Das Spitzenduell der Verbandsliga 1. Um es vorweg zu nehmen: Das Spiel war Werbung für den Handballsport. Ein faires und trotzdem intensiv geführtes Topspiel, auf wirklich hohem Niveau, mit vollen Zuschauerrängen und einer Mordsstimmung.

HSV Trainer Finn Steffen konnte seine Anspannung vorm Anwurf nur schwer verbergen. Hatte man ihn bisher nie mit einem Beruhigungstee vorm Spiel auf der Tribüne erwischt. Eine anstrengende Woche lag hinter der B1. Die Vorbereitung auf dieses Spiel war akribisch erarbeitet und hatte so manche Sonderschicht zur Folge gehabt. Aber es sollte sich gelohnt haben. Perfekt eingestellt waren alle Spieler zum Anpfiff konzentriert und fokussiert. Von der ersten Minute an ging es zur Sache. Setzte GWD auf unterschiedliche Spielzüge und zog das Spiel häufig gemächlich auf, punktete der HSV eher durch Tempo und starkes Eins gegen Eins. Es dauerte eine viertel Stunde, bis sich der HSV erstmalig mit vier Toren zum 11:7 absetzen konnte. Das spornte GWD aber offensichtlich an, sie legten einen Zahn zu und verdampften den Abstand bis zur Pause wieder. Mit 14:14 luden die ausgezeichnet aufgelegten Schiedsrichter zum Pausentee. Die Zuschauer sahen somit in den ersten 25 Minuten tollen Handball, ein dynamisches Spiel und eine Vielzahl an technisch guten Aktionen.

Die zweite Halbzeit setzte allerdings nochmal einen drauf. Nach kurzem Eingrooven legte der HSV los und hielt GWD ab der 30. Minute an der ganz kurzen Leine. Eine knappe viertel Stunde lang ließ die HSV Abwehr lediglich zwei Gegentore zu, kaufte den Dunkelgrünen komplett den Schneid ab und im Angriff gelangen alleine Lion Kasper 6 Tore in derselben Zeit. Der HSV war jetzt heiß wie Frittenfett, merkte, dass GWD taumelte und nutzte das eiskalt aus. Die Abwehr inklusive der Torhüter war hellwach und im Spiel nach vorne ging es schnell und sehenswert. Das 31:21 in der 45. Minute war dann das viel gelobte Sahnehäubchen auf einem perfekten Handballvormittag: Angriff über die Mitte und ein Zuspiel von Fynn Benecke auf ganz links außen, wo Justin Pauser zum Kempa einlief und den Ball in die Maschen des GWD-Tores ballerte. Die Halle stand Kopf und GWD war geschlagen. Die letzten fünf Minuten war für den HSV dann quasi Auslaufen unter Wettbewerbsbedingungen, die Messe war gelesen – Amen.

Der HSV war am Ende mit 34:26 hochverdienter Sieger eines wirklich spannenden und zu jederzeit bemerkenswert fairen Spiels. Eine weitere Woche heißt der ungeschlagene Tabellenführer HSV-Minden Nord. Ein Lob an Mannschaft und Trainer, das war heute „großes Tennis“!

Brinkmann 1/1, Plankert 2, Rapp 6, Schwier 2, Benecke 4(2), Kasper 9, Pauser 7, Lemke 3

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