1. Frauen: Gute Perspektive trotz Abstieg

Es gab schon bessere Jahre für den Frauenhandball beim HSV Minden-Nord als das vergangene. Trainerwechsel, Abstieg und hinten dran der Abschied von Jörg Schröder als langjähriger Chef der Vorzeige-Abteilung im HSV. Diese Saison, welche im vergangenen Frühjahr mit der unerwarteten Westfalenmeisterschaft und dem sofortigen Wiederaufstieg in die 3. Liga so freudig und hoffnungsvoll begonnen hatte, endete ernüchternd: Erneut geht es für unsere Handballerinnen zurück in die Oberliga.

Vieles lief schlecht in den abgelaufenen Monaten. Der deutliche personelle Umbruch nach der Meisterschaft stellte die Mannschaft vor Probleme. Eine Fülle von Verletzungen machten dem Team ebenso wie der Trainerin Andrea Leiding zu schaffen. Der Erfolg blieb aus. Im Januar trennten sich die Wege von Andrea und dem HSV. Dirk Kämper übernahm das Drittliga-Team und die Verletzungsprobleme gleich mit. Es dauerte bis Ende April, bevor der aus der GWD-Jugend zum HSV gewechselte Coach erstmals sein Team fast vollständig gesund um sich versammelt hatte.

Unter der Regie von Dirk stabilisierte sich die Mannschaft. Unsere Frauen lieferten sich in der zweiten Saisonhälfte mit der Konkurrenz im Tabellenkeller ein spannendes Rennen um den Klassenerhalt mit einem faszinierendem Finale: Am letzten Spieltag knöpfte das Team dem Spitzenreiter aus Oyten einen Punkt ab. Doch das genügte nicht. Der TV Oyten feierte dank des hart erkämpften Unentschiedens in der Sporthalle Minden-Nord den Titelgewinn, für unsere Frauen hieß es hingegen Abschied nehmen. Letztlich war die Mannschaft in der Saison zu spät auf Touren gekommen. Der Punkt gegen den Meister war am Ende exakt ein Punkt zu wenig im Herzschlagfinale um den Klassenerhalt.

Nun geht es also zurück in die Oberliga. Das westfälische Oberhaus ist sportlich attraktiv und bietet reizvolle Spiele. So kehrt das stimmungsvolle Derby zurück: Der HSV trifft wieder auf den Nachbarn des TSV Hahlen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Susann Grüning. Die langjährige HSV-Spielerin hat mit ihrem Heimatklub HSG Hüllhorst den Aufstieg in die Oberliga geschafft.

Die Perspektive im HSV ist gut: Coach Dirk Kämper bleibt genauso wie Co-Trainer Christoph Fahrenberg, auch etliche Leistungsträgerinnen habe ihre Zusage für eine weitere Saison gegeben. Zugleich bietet die Zeit in der Oberliga eine gute Gelegenheit zur Besinnung und zur weiteren Verknüpfung von Frauen- und Jugendabteilung. Exakt in Letzterer liegt die Zukunft des Frauenhandballs im HSV Minden-Nord. Als Beleg hierfür dient bereits die kommende Saison. Mit Rückkehrerin Leonie Oehme, Judith Schröder, Emma McCarthy, Benica Pross und Lara Hunger stoßen fünf talentierte Spielerinnen aus unserer eigenen Jugend zum Kader der 1. Frauen. Weitere Youngsters aus A-Mädchen beziehungsweise 2. Frauen werden im Training integriert und können nach und nach Oberligaluft schnuppern. Trainer Kämper, der neue „Frauenchef“ Björn Borgmann und Vorsitzender Jens Netzeband sehen den HSV damit für die Saison gut aufgestellt: „Wir haben eine stabile Stammbesetzung und bieten unseren talentierten Eigengewächsen eine echte Perspektive im Frauenhandball des HSV“, ist sich die sportliche Leitung einig.  

HSV Minden-Nord – Kader der 1. Frauen 2017/2018:

Kerstin Brandhorst, Lara Hunger, Stefanie Sauer – Nele Kämper, Katharina Martin, Maren Grintz, Judith Schröder, Alena Knicker, Laura Thielmann, Anna-Lena Bergmann, Leonie Oehme, Imke Viering, Emma McCarthy und Benica Pross 

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